Barry Le Va

 

Bevor sich der New Yorker Künstler Barry Le Va, geboren 1941 in Long Beach (Kalifornien), der Kunst zuwandte, studierte er in den frühen 60er-Jahren Mathematik und Architektur. 1967 schloss er sein Kunststudium am Otis Art Institute of Los Angeles ab und zog 1970 nach New York, wo er seither lebt und arbeitet. Le Va ist in erster Linie ein Bildhauer und Zeichner – wobei das eine ohne das andere für ihn nicht denkbar ist. Seine Skulpturen sind stets raumergreifend, prozesshaft und vergänglich. Das siedelt sein Werk am äußersten Rand einer zeitgenössischen Definition von Skulptur an – eine Aussage, die so seit über vierzig Jahren zutrifft und Barry Le Va als einen der bedeutendsten amerikanischen Künstler der Gegenwart auszeichnet. Zu seinem erklärten Ziel gehört die Überwindung des Verständnisses von Skulptur im Sinne von umschlossener, gestalteter Masse. Seine Werke resultieren aus dem Prozess von Verteilen, Ausschütten, Zerstreuen, Verwehen, Schichten, Fallenlassen, Werfen und Zertrümmern. Dazu verwendet Le Va Materialien des Alltags wie Holzleisten, Kugellager, Filzstücke, Aluminiumbänder, zähflüssiges Öl, Mehl, Kreide, gegossene Zement und Gummi. Seine Werke wurden in vielen der bedeutendsten Museen der Welt ausgestellt und er wurde dreimal an die Documenta in Kassel eingeladen. Zuletzt würdigten ihn das ICA in Philadelphia und das Museu Serralves in Porto mit umfangreichen Retrospektiven. Werke Le Vas sind unter anderem in den Sammlungen des New Yorker Museums of Modern Art, des Whitney Museums, der Yale University und der Graphischen Sammlung in München vertreten.